Baba Stiltz-Interview für Groove

(erschienen in Groove Nr. 150)

 

Für seine zwanzig Jahre hat Baba Stiltz eine beeindruckende Diskografie vorzuweisen. Neben diversen Singles hat der Schwede bereits drei Alben unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht, die Palette reicht von schrägem minimalistischen Electrofunk (unter dem Moniker Mrs Queada) über psychedelischen Synthiefolk (als Betlehem Beard Corporation) bis hin zu dem melodiösen, mit allerlei interessanten Einsprengseln garnierten House , den er seit gut drei Jahren als Baba Stiltz unter die Leute bringt. Für sein neues Album „Total“ hat er an die fünfzig Tracks produziert, von denen es die besten elf auf die Platte geschafft haben. Im Interview erweist sich Baba als smarter, eloquenter Getriebener, der permanent Musik machen müsse und mindestens fünf Stunden pro Tag im Studio verbringe, egal wie hart das Wochenende war.
Seinen Lebensunterhalt bestreitet er noch größtenteils von DJ-Jobs in Stockholmer Bars und kleineren Clubs, doch das könnte sich bald ändern. Das Handwerk hatte er einst von seinem Mentor Daniel Savio aka Kool DJ Dust gelernt, der ihn schon in ganz jungen Jahren in Sachen Sampling und Cubase unterwies: „Daniel ist für mich einer der unterschätztesten DJs überhaupt, weil er es drauf hat, aus den schrottigsten Flohmarktplatten coole Samples rauszuholen. Sein Edit-Album ‚The Disco Opera‘ hat mich sehr stark beeinflusst, es ist eine Lektion in Sachen Sampling.“
Savio brachte ihn auch mit Frans Carlquist zusammen, den Betreiber des Flogsta Danshall-Labels, wo er seine ersten Clubtracks veröffentlichte. Von da war es nur noch ein kleiner Sprung zu Studio Barnhus, dem Label von Axel Boman, Kornél Kovács und Petter Nordkvist, auf dem auch sein neues Album erscheint. Der Sprung in den internationalen DJ-Jetset scheint nahe, doch er selbst sieht die Dinge gelassen: „Ich versuche, meine ganze Energie auf das Musik machen zu verwenden und möglichst viel zu produzieren. Ich bin ja noch jung und kann das ein paar Jahre durchziehen. Entweder das klappt, oder es klappt nicht. Wenn nicht kann ich immer noch Ingenieurswesen studieren und für die NASA arbeiten, oder so.“

Text: Sebastian Ingenhoff



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